Projektübersicht

Motorradfahren für Menschen mit Behinderungen
Viele Familien können sich mit ihren Kindern mit Behinderungen oft ein so kostenintensives Hobby wie Motorradfahren gar nicht leisten
oder verfügen auch nicht über einen Motorradführerschein. Oft besteht die Freizeit und Aktivitätsgestaltung aus gängigen Angeboten wie Schwimmen, Tanzen, Kochen oder Fußballspielen. Aber Motorradfahren ist schon ein Hobby der Extraklasse.

Kategorie: Soziales Engagement
Stichworte: Behinderung, mit, Menschen, Motorrad, Biker
Finanzierungs­zeitraum: 22.12.2020 08:39 Uhr - 21.03.2021 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: 01.11.2019 bis 31.08.2021

Worum geht es in diesem Projekt?

Biker mit Doppelherz

Hier treffen sich Motorrad begeisterte Menschen mit und ohne Behinderung.
Auch Menschen die selbst kein Motorrad besitzen sind herzlich eingeladen. Wir planen Freizeiten rund ums Motorrad.

  • Motorradtreffpunkte besuchen
  • Fahrten ins Grüne;
  • Bikerrennen live erleben
  • Motorrad Einführungskurse
  • Sicherheit beim Motorrad fahren

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Auf der Suche nach einem neuen und spannend Freizeitangebot zum Thema ``Inklusion einfach machen´´ hat sich der Fachbereich Kurse und Freizeit der Lebenshilfe Gladbeck mit dem Thema ``Neue Inklusionsideen´´ für den Freizeitbereich von Menschen mit Behinderungen befasst.
Als Favorit kristallisierte sich die Projektidee Motorrandfahren für Menschen mit Behinderung heraus. Mitarbeiter und Mitglieder, die das Motorradfahren als Freizeitaktivität nutzen , äußerten die Idee u. a. mit Gleichgesinnten Veranstaltungen und Motorradtouren für Menschen mit Behinderungen zu planen und durchzuführen. Darüber hinaus soll ein
Bikerclub mit regelmäßigen Treffen gegründet werden.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Das Projekt eröffnet Menschen mit Behinderungen eine Form von Freizeitgestaltung, die ihnen sonst versagt bleiben würde.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Um das Projekt zu erweitern, soll eine Solomaschine für Wiedereinsteiger und Fahranfänger (auch für Menschen mit Behinderungen, die aber nicht so eingeschränkt sind einen Motorradführerschein zu machen) angeschafft werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Die Lebenshilfe Gladbeck ist ein 1964 gegründeter Verein. Hieraus entstand am 01.01.2010 die Lebenshilfe Gladbeck gGmbH als sozialer Träger für Menschen mit und ohne Behinderung. 2015 eröffnete das Lebenshilfe Café und es entstand die Lebenshilfe Café gGmbH. Dienste. Die Lebenshilfe verfügt konkret über ein Begegnungszentrum AKU (Ankommen-Kommunizieren-Unterstützen), über die Abteilung Familienunterstützender Dienst und bedarfsorientierte Hilfe in der Schule durch Integrationshelfer. Weiter verfügt sie über eine Beratungsstelle, über einen Kurs- und Freizeitbereich, ein Internetcafé und ein Leichte Sprache Büro. Seit einigen Jahren bietet die Lebenshilfe auch einen Fahrdienst an. Mit Hilfe dieses Dienstes soll Menschen mit Behinderungen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtert werden. Anfang 2017 kam das Angebot der Dienstelle der Lebenshilfe Gladbeck gGmbH, LAS Fort- & Weiterbildung zertifiziert nach AZAV, hinzu.

Insgesamt verfügt die Lebenshilfe Gladbeck um rund zehn Dienste in dessen Mittelpunkt Menschen mit Behinderungen stehen. Ein besonderes Augenmerk legt die Lebenshilfe daher auf die Herleitung ihres zugrunde liegenden Menschenbildes.

„Begriffe“ als zentrales Moment unserer Sicht auf die Dinge und ihre transportierten Bedeutungsinhalte helfen uns dabei die Welt zu erschließen und sie zu beurteilen. Jedoch finden sich einige Begriffe, die durch ihre Deutung die Wirklichkeit verzerren und Spektren ausblenden und Sichtweisen verengen. Der Normalitätsbegriff, der in einem engen Zusammenhang mit dem Verständnis von Menschenbildern steht, wird und wurde oft in eine Richtung gedeutet, die der Definition einer Statistischen Norm entspricht: Normal ist das, was sich im in einem bestimmten Bereich um den Mittelwert eines Merkmals befindet.

Die Lebenshilfe Gladbeck mit all ihren Diensten ist hierzu folgender Auffassung:

Ein Menschenbild, das den Normalitätsbegriff im Sinne einer statistischen Norm als zentrales Moment verankert, erfasst nicht die Vielfältig- und Einzigartigkeit menschlichen Lebens. „Es ist normal verschieden zu sein“[1] beschreibt genau die Grundüberzeugung, die die Lebenshilfe Gladbeck lebt und propagiert.

Basierend auf dem Grundgedanken von Elisabeth Anderson, Menschen mit Behinderungen nicht aus der Gruppe der Bürger auszuschließen[2], die ein Recht auf Achtung und Rücksicht genießen und somit den gleichen Status wie Menschen ohne Behinderung besitzen, widmet sich der Verein vor allem Projekten, die diesem Gedanken Genüge tun.

[1] Richard von Weizäcker 1993. Ansprache bei der Eröffnungsveranstaltung der Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte.

[2] Näheres hierzu findet sich bei: Elisabeth Anderson 1999. What is the Point of Equality? In Ethics, Band 109, Nr. 2, S. 287-337.